Schützenswert

Raum zum Leben – Lebensraum

Kiebitz

So wie der Mensch braucht auch Natur Platz. Oft mehr als man auf den ersten Blick sieht. Ganz plastisch konnte man das an vielen Flüssen bei den Hochwässern 2013 erkennen. Da waren dann „plötzlich“ Seenlandschaften, wo doch vorher Wiesen, Felder und Baugebiete waren. Bei besonderen Situationen braucht die Natur also besonders viel Platz, die der Mensch der Natur lassen muss, um sich selbst zu schützen! So zeigen die Spitzenhochwässer, wie elastisch der Naturhaushalt sein muss, damit wir uns nicht selber schaden.

Offensichtlich mehr Platz als nur einen brauchen Zugvögel: Ein Brutgebiet ist notwendig, das ein entsprechendes „Habitat“ für die Fortpflanzung bietet – dazu ein Überwinterungsgebiet in Afrika, wo genug Futter in der kalten Jahreszeit gefunden werden kann. Und dann braucht es noch „Trittsteine“, also Rastplätze, um die strapaziösen Wanderungen um den halben Globus zu überstehen.
Dieses Frühjahr hat das anhaltend schlechte Wetter gezeigt, dass unsere weiten Feldfluren gerade bei schlechten Wetterbedingungen hohe Funktion für Zugvögel haben. Tausende Kiebitze, Wacholder- und Rotdrosseln sowie hunderte Goldregenpfeifer, die sonst nur selten bei uns einen Aufenthalt auf dem Zug nach Norden einlegen, waren durch das kalte Frühjahrswetter auf die freien Äcker bei uns angewiesen. Sogar ein weit aus den Steppen Sibiriens verdrifteter Steppenkiebitz fand seinen Trittstein, bis das Wetter wieder besser wurde. Ein weiteres deutliches Signal der Natur an uns, dass wir die Flächeninanspruchnahme – aus Sicht der Natur den Flächenverbrauch für Baumaßnahmen – von Wald, Wiesen und Feldern im Rahmen halten müssen. Zum Wohle und zur Stabilität des Naturhaushaltes und zum Wohle der Menschen.

Bild » Thomas Ullrich
Am Ettenbach 3 77955 Ettenheim