Lösungswege

Tunnel und Tröge als Lösung? Der Vorschlag Herrenknechts lässt Fragen offen

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Tunnel und Tröge sollen an der strittigen Neubautrasse im Bereich der Autobahn für optimalen Lärmschutz sorgen. So der Vorschlag des Unternehmers Martin Herrenknecht. Die Empfehlung des Schwanauer Tunnelbau-Unternehmers Martin Herrenknecht wird unterschiedlich bewertet.

Die Mehrkosten werden mit rund 300 Millionen Euro beziffert, was einer Schätzung und keiner präzisen Kalkulation entspricht. Die Pläne des Schweizer Ingenieurs Dieter Seibert aus dem Jahr 2011 sehen einen Tunnel bei Offenburg vor. Ab Hohberg soll die Trasse parallel zur A5 verlaufen. Am Baggersee Schuttern würden eine drei Meter hohe Lärmschutzwand und eine Stützmauer errichtet, um die dortige Engstelle sicher zu passieren.


Ab Kürzell tiefergelegt

Nach dem Baggersee Schuttern würde der Plan einen ersten 1,7 Kilometer langen und bis zu sieben Meter tiefen Trog vorsehen. Bei Mahlberg soll es entweder eine Untertunnelung der Restanlage oder einen Verlauf der Trasse östlich des Sees geben. Grafenhausen soll auf einer Länge von rund fünf Kilometern durch eine Kombination von Tunneln und Trögen verbesserten Lärmschutz erhalten. Dies soll ebenfalls in den Abschnitten Herbolzheim und Kenzingen umgesetzt werden. Bei Riegel wäre eine Tieferlegung mit sogenannter Überdeckelung konzipiert, die am Kaiserstuhl in einen 11 Kilometer langen Tunnel führt. Der Vorschlag des Unternehmers Herrenknecht zur Befriedung der Situation wird in der Region durch Bürgermeister Jablonski gewürdigt. Allerdings bleibt an vielen Stellen deutliche Skepsis sowohl bei den Gegnern als auch bei den Befürwortern der Neubautrasse.


Vieles bleibt zu unkonkret

Die Kostenfrage bleibt unklar. Schließlich werden öffentliche Gelder beim Ausbau der Rheintalbahn eingesetzt und Mehrkosten müssen gerechtfertigt sein. Jochen Paleit, Bürgermeister von Kappel-Grafenhausen und Sprecher der Unterzeichner der Grafenhausener Erklärung, kann den Plänen von Dieter Seibert durchaus Positives abgewinnen: Grundsätzlich sind Tieferlagen und Tröge zu begrüßen. Doch seien solche Schutzmaßnahmen für Mensch und Tier beim Ausbau der Rheintalbahn an den bestehenden Gleisen genauso denkbar.  Als Bestandteil der “optimierten Lösung” des Ausbaus der entstehenden Rheintalbau wären diese sicher sinnvoll. Für Jochen Paleit bleiben allerdings zentrale Fragen unbeantwortet: Wie soll das sogenannte Herrenknecht-Projekt finanziert werden? Und was passiert mit den Unternehmen nahe der Autobahn in Herbolzheim und Ettenheim/Mahlberg?“


Warum keine Tröge und Tieferlegungen an der bestehenden Trasse?

Die BI Bahn an die Bahn, vertreten durch Sprecher Klaus Fuhrmann, fragt sich, warum es keine Untersuchung der Antragstrasse im Hinblick auf Tröge und Tieferlegung gegeben habe. Außerdem seien in der Planung wichtige Naturschutzaspekte unberücksichtigt. Auch der Ettenheimer Bürgermeister Bruno Metz betrachtet die Frage der Finanzierung als entscheidend. „Bei der Eröffnung der Oberrheinmesse hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann noch einmal deutlich gemacht, dass der Ausbau der Rheintalbahn ein Bundesprojekt sei und deshalb die Frage der Finanzierung in Berlin beantwortet werden muss”, so Bruno Metz. „Die Variante mit Tunnels und Trögen wird die Kosten massiv in die Höhe schrauben.” Als weiteren wichtigen Punkt betrachtet der Ettenheimer Bürgermeister das spätere Betriebskonzept. Es werden zukünftig Güterzüge auf der Neubautrasse und auf der bestehenden Rheintalbahn fahren. Dieses Betriebskonzept sei eine zentrale Frage beim Thema Lärmschutz. Die Bahn wolle sich hier aber nach wie vor nicht festlegen. “Es sind viele Fragen gestellt, es gibt aber auf keine eine konkrete Antwort”.