Ausbau Rheintalbahn

Seid verschlungen Millionen – sind explodierende Kosten Standard?

© Georg Hoff

Elbphilharmonie, Berliner Flughafen, Rheintalbahn: Längst sind Planungsprozesse bei Großvorhaben zum „unberechenbaren“ Kosten-Faktor geworden. Verantwortungsvolles Kostenmanagement stellt auch die IG Bohr beim Ausbau der Rheintalbahn hinten an.

 

Elbphilharmonie und Berliner Flughafen sind unrühmliche Paradebeispiele für mangelnde Verbindlichkeit und unprofessionellen Umgang mit öffentlichen Geldern. Neben politischen Störungen schlagen extreme zeitliche Verzögerungen sowie explodierende Kosten negativ zu Buche. Von den Schäden für Gewerbe, deren Existenz davon abhängt, nicht zu reden. Eine extreme Steigerung der Planungs- und Baukosten werden auch durch die Forderungen der IG Bohr beim Ausbau der Rheintalbahn nur allzu bereitwillig einkalkuliert. Über 1 Milliarde Euro Mehrkosten würde der Bau einer von der IG Bohr vorgeschlagenen Neubautrasse im Bereich der A5 von Offenburg/Hohberg bis Riegel verschlingen. Bereits jetzt plant die Bürgerinitiative den Trassenverlauf und kalkuliert entstehende Mehrkosten bereitwillig ein. Die Interessen einiger Weniger generieren diese gewaltigen hohen finanziellen Aufwendungen. Wodurch aber sind sie politisch, sozial und naturschutzfachlich zu rechtfertigen? Schließlich mangelt es an anderen Stellen nur allzu schmerzlich an öffentlichen Geldern. Sanierungsbedürftige Schulgebäude, notwendige Investitionen in ländliche Infrastruktur und viele Beispiele mehr ließen sich anführen. „Peanuts“ sind die Mehrkosten durch eine komplett zusätzliche neue Trasse entlang der Autobahn wirklich nicht. Und beim genauen Hinschauen sind sie im Sinne eines geforderten optimalen Lärmschutzes der Bürger im Bereich der Bahnlinie auch nicht plausibel zu erklären. Schließlich wird das Geld bitter fehlen, um zum Beispiel Güterwaggons leiser zu machen. Hiervon würden alle Bahnanlieger profitieren.


Bahn rechnet mit Mehrkosten bei der „Bürgertrasse“ südlich von Freiburg

Die Bahn befürchtet übrigens zusätzliche Kosten durch neue verschärfte Bestimmungen zum Hochwasserschutz bei der von der IG Bohr durchgesetzten „Bürgertrasse“ südlich von Freiburg. Dadurch werden im Bereich der Bahn-Neubaustrecke erweiterte Baumaßnahmen nötig. Sie resultieren aus den neuen Hochwassergefahrenkarten, die der Landkreis und das Regierungspräsidium 2013 vorgelegt haben. Bahnintern rechnet man mit nochmaligen Mehrkosten von 120 Millionen Euro zu den bereits feststehenden 250 Millionen Euro Mehrkosten der „Bürgertrasse“ durch das Markgräfler Land. Vor diesem Hintergrund wäre insgesamt ein verantwortungsvoller Umgang und Einsatz von Geldern – auch im Sinne des besten Lärmschutzes für Bürger zu begrüßen. Oder herrscht bei Großbaustellen mittlerweile die Sichtweise, dass es auf die eine oder andere Million doch nun wirklich nicht ankommt? Stellt sich die Frage, ob statt emotionaler Grabenkämpfe nicht sinnvoller ein vernünftiges Abwägen der Argumente treten sollte. Warum sich nicht gemeinsam für einen sich später täglich bezahlt machenden optimalen Lärmschutz beim Ausbau der bestehenden Rheintalbahn – und damit einen nachhaltig vernünftigen Einsatz von Geldern – entlang der auszubauenden Rheintalbahn einsetzen?

 

 

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