Umweltverträglichkeit

Auswirkungen eines Neubaus der Rheintalbahn auf die Umwelt

Für den Ausbau der bestehenden Rheintalbahn liegen fundierte Informationen auf Grundlage einer Umweltverträglichkeitsstudie vor. Diese bestätigt die Umweltverträglichkeit, Genehmigungsfähigkeit und Vorzugswürdigkeit des Ausbaues der bestehenden Gleise. Der immense Schaden durch einen Neubau der Rheintalbahn stellt sich wie folgt dar:
Schutzgut Tiere und Pflanzen: Bei der Betrachtung dieses Schutzgutes werden Aussagen zu den Biotoptypen, zum Bestand von Tierarten-Gruppen und Pflanzen getroffen. Es geht darüber hinaus aber auch um den Artenschutz und die Belange von Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung (Natura 2000). Dies betrifft auch die Erhaltungsziele und den Schutzzweck von Gebieten mit gemeinschaftlicher Bedeutung wie den europäischen Vogelschutzgebieten sowie den Naturschutzgebieten im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.
Brutplätze von Rohrweihe, Neuntöter und Schwarzkehlchen werden durch die Neubaustrecke zerstört. Zerstört werden auch naturschutzfachlich hochwertige Wiesen mit ihren Schmetterlingen. Die Flächeninanspruchnahme ist in NATURA 2000-Gebieten um ca. 20 ha größer. Eine erhebliche Beeinträchtigung dieser europäischen Naturschutzgebiete ist gegeben. Darüber hinaus werden bei einer Neutrassierung ca. 6 ha gesetzlich geschützter Biotope mehr zerstört. Der NABU Baden-Württemberg hat in seinem Gutachten „Vergleichende Bewertung der Bündelungstrasse und der Autobahntrasse unter Natur- und Landschaftsschutzaspekten“ ausführlich die Eingriffe in unsere so wertvolle Natur dargestellt:
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Neubau der Rheintalbahn im Bereich der A5 – Einschätzungen

Zu einem Neubau der Rheintalbahn im Bereich der Autobahn gibt es zu den weiteren unten angeführten Schutzgütern nur überschlägige Einschätzungen:

Schutzgut Boden: Da der Boden nicht vermehrbar ist, erhebliche Schädigungen des Bodens irreversibel sind und zudem ein enger Zusammenhang zu den weiteren Schutzgütern wie Wasser und der belebten Umwelt besteht, steht bei der Prüfung der Auswirkungen der Vermeidungs- und Verminderungsaspekt im Vordergrund. Hierbei geht es insbesondere um eine Begrenzung des Flächenverbrauchs; Wiedernutzung bereits baulich genutzter Flächen; Schutz des Bodens und seiner Funktionen vor Stoffeinträgen und/oder Verdichtung.
Durch einen Neubau gehen ca. 100 ha mehr wertvollen Bodens unwiderbringlich verloren. Dieser große Verlust ist begründet durch die längeren Linienbaustellen und die notwendige Umgestaltung der A5-Anschlussstellen und zusätzlich die Errichtung von Überholgleisen an der bestehenden Rheintalbahn.
Besonders betroffen durch den Neubau sind Auenböden und Parabraunerden. Der Schutz der Auengleye und pseudovergleyte Auenböden ist für das Grundwasser und für die selten gewordenen Feuchtbiotope wichtig. Die Parabraunerden stellen gute landwirtschaftliche Böden dar. Leider wurden diese so wichtigen ökologischen Bodenfunktionen für die Neubaustrecke bisher nicht untersucht.
Schutzgut Wasser: Das Schutzgut Wasser ist für den Menschen lebensnotwendig; ohne Wasser bzw. mit verunreinigtem Wasser ist kein Leben möglich. Angesichts der Verflechtung mit den anderen Schutzgütern wie dem Boden steht das Verschlechterungsverbot von Grundwasserkörpern und der Erhalt natürlicher Gewässer im Vordergrund.
Besonders betroffen durch einen Neubau sind die Wasserschutzgebiete. Der Eingriff in die Wasserschutzzonen wird beim Neubau um 30 ha höher sein.
So besteht eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Gründungsarbeiten und Tieflagen. Neben der Riegelwirkung, die den Grundwasserfluss beeinträchtigen wird, ist auch eine größere Verschmutzungsgefahr des Grundwassers während des Baues oder bei Unfällen mit Gefahrgut gegeben. Leider wurden diese so wichtigen ökologischen Aspekte für die Neubaustrecke bisher nicht untersucht.
Schutzgut Klima: Als Folge von Vorhaben sind auch Fragen zur Erhöhung der Lufttemperatur, zur Verringerung der relativen Luftfeuchte, zur Veränderung des Windfelds oder zur Erhöhung von Turbulenzen zu beantworten.

Durch den Neubau ist die Flächeninanspruchnahme in Gebieten mit hohem klimatischen Potential um 15 ha größer. Diese zusätzliche Inanspruchnahme ist im klimatisch besonders belasteten Rheintal bedenklich.
Schutzgut Landschaft: Die Landschaft wird häufig in enger Anlehnung an Tiere und Pflanzen beschrieben. Bestimmte Biotoptypen prägen auch bestimmte Landschaftsbildräume. Der Begriff der Landschaft ist synonym zum Begriff Landschaftsbild zu sehen und beschreibt damit einen sinnlich wahrnehmbaren Landschaftsausschnitt. Beurteilt werden unter anderem Vielfalt, Schönheit, Eigenart und Seltenheit der Landschaft.

Der Ausbau der bestehenden Rheintalbahn ist ohne große Eingriffe in das Landschaftsbild möglich. Städtebaulich sind Lösungen zu suchen, die den berechtigten Anforderungen der betroffenen Bürger gerecht werden. Mit einem Neubau wird eine zusätzliche Verkehrsmagistrale neben der bestehenden B3, den Ortsumfahrungen, der bestehenden und zu ertüchtigenden Rheintalbahn und der A5 das Rheintal zerschneiden. Die letzten typischen Landschaftsbilder wie die Seggenrieder und das Feuchtgrünland mit ihrem klassischen Arteninventar der Randsenke werden erheblichen Schaden nehmen. Eine Landschaftsbildanalyse für den Neubau wurde bisher jedoch nicht erstellt.
Schutzgut Mensch: Hierbei sind insbesondere zu betrachten, inwieweit schädliche Umwelteinwirkungen vorhanden sind und welche Auswirkungen durch den Ausbau oder die Neutrassierung der Rheintalbahn zu erwarten sind. Entscheidenden Einfluss auf die Lebensqualität des Menschen haben die Wohn- und Wohnumfeldfunktionen sowie Erholungs- und Freizeitfunktionen. Das Schutzgut Mensch steht in enger Wechselbeziehung zu den übrigen Schutzgütern, vor allem zu denen des Naturhaushaltes.

Durch Optimierungen beim Ausbau der Rheintalbahn sind die bestehende und die zukünftige Lärmsituation zu verbessern. Ein Neubau bedeutet eine zusätzliche Schallbelastung auf großen Flächen ohne dass das bestehende Lärmproblem an der bestehenden Rheintalbahn gelöst wird.