Schützenswert

NABU-Resolution:
Zersiedlung von Schutzgebieten muss verhindert werden

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NABU fordert: Ausbau der bestehenden Rheintalbahn zwischen Offenburg und Riegel. Nur so werden die Anliegen von Mensch und Natur bestmöglich berücksichtigt.

 

In der Kornwestheimer Resolution, die am 22. November 2014 auf der Landesdelegiertenversammlung verabschiedet wurde, bezieht der NABU Baden-Württemberg klar Position für den Ausbau der Rheintalbahn zwischen Offenburg und Riegel. Grundsätzlich begrüßt man den von der DB geplanten Ausbau durch zwei neue Güterzuggleise. Es sei ein wichtiger Schritt zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene und zur Stärkung des ÖPNV auf den bestehenden Gleisen.

 


Planfertig und mit optimalem Lärmschutz umsetzbar – pro Ausbau Rheintalbahn

In der Resolution wird detailliert begründet, warum der NABU die Neubautrasse an der A5 ablehnt. Vergleichbar ist der Abschnitt Offenburg-Riegel mit dem nördlich anschließenden Abschnitt Karlsruhe-Offenburg mit ähnlichen Siedlungs- und Landschaftsstrukturen. Dort sind die zwei neuen Gleise unmittelbar auf der Westseite der bestehenden Gleise bereits realisiert. Alle nötigen Planungen für eine zügige Realisierung des Ausbaus der Rheintalbahn von Offenburg nach Riegel liegen seit Jahren vor. Auf Betreiben von Bürgerinitiativen und Verwaltungen wird alternativ noch eine Neubautrasse im Bereich der Bundesautobahn A5, diskutiert. In der politischen und behördlichen Diskussion dominieren weitgehend Lärmschutzaspekte als das fundamentale Anliegen dieser Gruppen.


Für die Bewahrung wertvoller Naturlandschaft – contra Neubautrasse

Der NABU Baden-Württemberg wendet sich entschieden gegen die Neubautrasse, weil sie gravierende Folgen für die Menschen der Region und den bestehenden Naturraum hätte.

 

Das Fazit für die Neubautrasse: Ein erheblicher Eingriff in Natura 2000-Gebiete beim Bau wäre nur zulässig, wenn keine zumutbare Alternative vorhanden wäre. Diese steht aber mit einem Lärmschutz optimierten Ausbau der Rheintalbahn eindeutig zur Verfügung.


Fakten der A5 Neubautrasse: Schwerwiegende Einschnitte für Mensch und Natur

Eingriffe in Schutzgebiete
– Eine Neubautrasse wäre nur mit erheblichen Eingriffen in Schutzgebiete und dort vorkommende Tierpopulationen realisierbar, weil dort etliche, teilweise große Natura 2000- und Naturschutzgebiete liegen.

 

Zersiedlung forciert
– Bei der Realisierung einer Neubautrasse würde die Zersiedlung des Rheintals forciert und naturnahe großflächige Wälder oder Wiesengebiete allmählich entwertet.
Natura 2000 Gebiete abgeschnitten
– Die Vernetzung von Natura 2000-Gebieten würde stark vermindert, sodass das gesetzlich verlangte Kohärenzgebot der Schutzgebiete nicht mehr erfüllbar wäre.

 

Naturnahe Landschaften zerstört
– Die Neubautrasse verläuft mitten in der Rheinebene, wo trotz Autobahn und moderner Siedlungen und Gewerbegebieten großflächig naturnahe Landschaften erhalten geblieben sind.

 

Zusätzlicher Flächenverbrauch
- Der Flächenverbrauch einer Neubautrasse wäre mit etwa 238 ha viel größer als der des Ausbaus der Rheintalbahn mit etwa 141 ha. Außerdem würde weitere Restfläche zwischen Neubautrasse und A5 entstehen.


Alle tragfähigen Argumente sprechen für den Ausbau der Rheintalbahn

– Der Ausbau der Rheintalbahn würde erwiesenermaßen zu keinen erheblichen Eingriffen in Natura 2000-Gebiete und Naturschutzgebiete führen, mit Hilfe von Kompensationsmaßnahmen wäre das Kohärenzgebot von Natura 2000 eindeutig einzuhalten.

 

– Lärmschutz: Zur Minimierung des durch den Ausbau der Rheintalbahn entstehenden Lärms und damit der Belastung von Mensch und Natur fordert der NABU sehr deutlich die Abschaffung des Schienenbonus und einen optimalen Lärmschutz für die Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden, auch über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus.


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