Lösungswege

Welche ist die sinnvollste Variante? Baden 21 im Überblick.

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Der Regionalverband Südlicher Oberrhein stimmt 1981 dem Ausbau der Rheintalbahn entlang des bestehenden Bahnkörpers unter der Bedingung eines optimalen Lärmschutzes zu. Die Planungen für die Ausbau- oder Bündelungsstrecke werden 1986 von der Deutschen Bahn aufgenommen. Die entwickelte Antragstrasse, die Lärmschutz nach den gesetzlichen Standards vorsieht, wird von der Deutschen Bahn mit dem Wunsch auf Planfeststellung dem Regierungspräsidium Freiburg und dem Eisenbahnbundesamt übergeben. Die Planungen zur Rheintalbahn werden teilweise mit Argwohn betrachtet. Einige Kommunen und Bürgerinitiativen fordern für den Bereich von Offenburg bis Weil am Rhein mit Baden 21 ein alternatives Trassenkonzept. Dieses sieht im Abschnitt zwischen Hohberg und Riegel nun statt der Antragstrasse mit dem Bau eines 3. und 4. Gleises entlang der bisherigen Bahnstrecke, eine Eisenbahn-Neubaustrecke parallel der A5 vor. Alles in allem belaufen sich die Mehrkosten für Baden 21 auf mehr als eine Milliarden Euro.


Für regionalen Konsens und optimalen Lärmschutz

Die Unterzeichner der Grafenhausener Erklärung treten für die optimierte Antragstrasse ein. Diese sieht einen über den gesetzlichen Standards liegenden Lärmschutz vor. Lärmschutztechnische Optimierungen der Antragstrasse sind bereits planerisch entworfen und können mit überschaubaren finanziellen Mitteln umgesetzt werden. Der NABU Baden-Württemberg, die Bürgerinitiative Bahn an die Bahn sowie die Landwirtschaftsverbände unterstützen diese Lösung der kommunalen Mehrheit. Und es gibt wichtige Argumente, die den Befürwortern des Ausbaus parallel zur A5 zu denken geben sollten: Nur bei einem Ausbau der Rheintalbahn besteht erstmalig Rechtsanspruch auf einen umfassenden Lärmschutz. Es werden auch weiterhin Güterzüge auf der bestehenden Rheintalbahn fahren. Dies gilt auch dann, wenn die Neubaustrecke an der A5 gebaut würde. Bei einer Neubaustrecke ist außerdem die bestehende Rheintalbahn auf 250 km/h, teils mit Überholgleisen, zu ertüchtigen. Eine Neutrassierung bedeutet somit 80 Kilometer Baustellen im Rheintal! Die verantwortlichen politischen Protagonisten und Fürsprecher der Verlagerung der Gleise 3 und 4 an die Autobahn müssen die Menschen in der Region ehrlich informieren, meinen die Unterzeichner der Grafenhausener Erklärung. Gemeinsam im Interesse der Region und des Zusammenhalts sprechen sie sich für eine konsensfähige Lösung aus. Optimaler Lärmschutz beim Ausbau der bestehenden Rheintalbahn bietet neben geringem Landschaftsverbrauch die Möglichkeit die im Umfeld der Bahn lebenden Bürgerinnen und Bürger von Lahr, Ringsheim, Herbolzheim und Kenzingen langfristig vom Lärm zu entlasten und so die Lebensqualität deutlich zu verbessern. Beim Neubau entlang der Autobahn bestünde keinerlei Verpflichtung den derzeitigen Lärmschutz entlang der bestehenden Bahnstrecke zu verbessern.