Ausbau Rheintalbahn

Güterzüge überall!

Güterzug

Neubau von Gleis 3 und 4 an der A5 bedeutet mehr Belastung für alle. Die Befürworter der Neubautrasse an der Autobahn ziehen ein wichtiges Argument nicht in Betracht: Nicht nur auf den neuen Gleisen im Bereich der A5 würden Güterzüge rollen. Auch auf der bestehenden Streckenführung würden weiterhin Güter transportiert.

 

Welche Streckenführung – Ausbau der Rheintalbahn an den bestehenden Gleisen oder Neubau im Bereich der A5 – auf lange Sicht als beste Lösung in Frage kommt, wird auch nach den öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltungen des Moderationsbüros team ewen unterschiedlich bewertet. Bei den Informationsveranstaltungen am 4. Dezember 2014 in Schutterwald und am 9. Dezember 2014 in Kenzingen stellte das beauftragte Moderationsbüro team ewen aus Darmstadt den Vergleich der Alternativen – Ausbau der bestehenden Rheintalbahn gegenüber dem Neubau von Gleis 3 und 4 an der A5 – vor. Basis dafür waren der Gutachterauftrag des Projektbeirates und die vielen Stellungnahmen aus der Region.


Lärmzunahme durch Neubautrasse

Das Ergebnis: Der von der IG Bohr und anderen geforderte Bau einer Neubautrasse an der A5 würde das Lärm-Problem verlagern, aber nicht lösen. Sogar eine Zunahme des Lärms in der gesamten Region trotz besten Lärmschutzes wäre die Folge. Denn, selbst wenn im Frühjahr 2015 das Votum des Projektbeirates für den Neubau von Gleis 3 und 4 an der A5 ausfallen sollte, wäre mit der Neubautrasse im Bereich der Autobahn keineswegs sichergestellt, dass der gesamte Güterverkehr später tatsächlich nur dort fahren würde. Weiterhin würden über die bestehende Rheintalbahn Güterzüge fahren, also Güterzüge überall!


Deutsche Bahn: Keine Strecken-Festlegung für Gütertransport

Aus betrieblichen und gesetzlichen Gründen wird es keine Bahnstrecke nur für den Güterverkehr geben. Nach der Informationsveranstaltung im Dezember 2014 in Schutterwald stellte die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung klar: „Grundsätzlich ist zu beachten, dass kein konkretes Betriebsprogramm planfestgestellt wird, weil die DB Netz AG aufgrund rechtlicher Vorgaben verpflichtet ist, im täglichen Betrieb einen flexiblen und vor allem neutralen Netzzugang für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen zu ermöglichen. Hierüber wacht die Bundesnetzagentur.“ Das bedeutet: Die Bahn kann und wird sich aus betrieblichen wie gesetzlichen Gründen nicht festlegen, Güterzüge nur auf der Neubautrasse im Bereich der Autobahn fahren zu lassen. Somit heißt das nichts anderes, als dass auf allen Gleisen zukünftig Güterzüge rollen werden. Eben auch weiterhin auf der bestehenden Strecke!


Es gibt keine Garantie, dass der Transitgüterverkehr ausschließlich auf einer Neubaustrecke an der A5 verlaufen würde.

Der BUND Friesenheim spricht sich ebenfalls gegen eine Neubautrasse an der Autobahn aus. Dessen Vorsitzender Wolfgang Huppert vermutet, dass ein großer Teil der betroffenen Bevölkerung einer Illusion folge, dass man das Lärmproblem lösen könne, indem man die Neubaustrecke der Bahn an die A5 verlegt. Er gibt zu bedenken, dass Schnellzüge wie IC und ICE bevorzugt die Neubaustrecke befahren könnten. „Die Neubaustrecke wird auf diese Züge optimiert.“ Die Güterzüge würden dann größtenteils weiter auf der Altstrecke fahren. Eine Lärmentlastung würde so nicht stattfinden. Die Unterzeichner der Grafenhausener Erklärung treten für einen Ausbau der bestehenden Rheintalban mit bestmöglichem Lärmschutz ein. Nur dieser bietet eine deutliche Reduzierung des Lärms durch die gesetzlich vorgeschriebenen Bestimmungen. In einem Raumordnungsverfahren, das in der Gesamtheit die wirtschaftlichen und verkehrsplanerischen Belange der Ortenau und des nördlichen Breisgaus berücksichtigt, könnte eine Chance zur Befriedung der Region liegen.