Schützenswert

Die weitere Zersiedelung von Schutzgebieten muss verhindert werden

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Der NABU Baden-Württemberg spricht sich gegen eine Neubautrasse im Bereich der A5 aus und fordert den Ausbau der bestehenden Rheintalbahn zwischen Offenburg und Riegel. Nur so werden die Anliegen von Mensch und Natur bestmöglich berücksichtigt.

 

In der Kornwestheimer Resolution, die im November 2014 auf der Landesvertreterversammlung verabschiedet wurde, bezieht der NABU Baden-Württemberg klar Position für den Ausbau der bestehenden Rheintalbahn zwischen Offenburg und Riegel. Grundsätzlich begrüßt man den von der DB geplanten Ausbau durch zwei neue Güterzuggleise. Es sei ein wichtiger Schritt zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene und zur Stärkung des ÖPNV auf den bestehenden Gleisen. Diese ist planfertig und mit optimalem Lärmschutz umsetzbar. In der Resolution wird detailliert begründet, warum der NABU die Neubautrasse an der A5 ablehnt. Vergleichbar sei der Abschnitt Offenburg-Riegel mit dem nördlich anschließenden Abschnitt Karlsruhe-Offenburg mit ähnlichen Siedlungs- und Landschaftsstrukturen. Dort sind die zwei neuen Gleise unmittelbar auf der Westseite der bestehenden Gleise bereits realisiert. Alle nötigen Planungen für eine zügige Realisierung des Ausbaus der bestehenden Rheintalbahn von Offenburg nach Riegel liegen seit Jahren vor.

 

Für die Bewahrung wertvoller Natur- und Kulturlandschaften

Der NABU Baden-Württemberg wendet sich entschieden gegen die Neubautrasse an der A5, weil sie gravierende Folgen für die Menschen der Region und den bestehenden Naturraum hätte: Wertvolle Landschaften würden für immer verloren gehen. Als Naturschutzverband begrüßt der NABU den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. Wenn LKW-Verkehr auf die Schiene verlagert werden kann, nutzt das der gesamten Gesellschaft, da dies auf ganzer Fläche eine Reduktion von Emissionen und einen Gewinn an Verkehrssicherheit bedeutet. Deshalb sollten sämtliche Belange bei einem solchen Großbauprojekt beachtet werden. Eine Neubautrasse entlang der Autobahn würde fast 100 Hektar mehr Boden überbauen, teilweise in besonders sensiblen Bereichen. 20 Hektar Natura 2000-Gebiete, 7 Hektar geschützte Biotope sowie 30 Hektar Wald würden für immer zerstört. Es würden über 60 Hektar hochwertige landwirtschaftliche Nutzfläche vernichtet, die nicht ersetzbar ist. Außerdem würden das 3. und 4. Gleis im Bereich der A5 um 30 Hektar mehr Gebiete mit hoher Grundwasserempfindlichkeit beanspruchen.

 

Neubau an der A5 hieße gravierende Einschnitte für Mensch und Natur

 

Für viele Tiere werden die Wanderungswege von Ost nach West durch eine zusätzliche neue Hürde endgültig verbaut. Existenzen von Landwirten wären bedroht, die letzten Wälder im Hochgestade gerodet, Trinkwasser wird gefährdet, die betroffenen Orte im Umfeld der A5 werden nicht mehr so gut mit frischer Luft versorgt und die letzten Reste der ortsnahen Naturlandschaft auf der Niederterrasse werden überbaut. Unter Schutz stehende Arten sind durch die Flächenverluste bedroht. Das betrifft das Brutgebiet der Rohrweihe im Vogelschutzgebiet Kinzig-Schutter-Niederung. Neuntöter und Schwarzkehlchen sind betroffen im Vogelschutzgebiet Elz-Niederung zwischen Kenzingen und Rust. Ausreichende Schadensbegrenzung ist in beiden Fällen nicht möglich. Bei den FFH-Gebieten sind ebenfalls erhebliche Beeinträchtigungen zu erwarten. Das Fazit für die Neubautrasse im Bereich der A5: Ein erheblicher Eingriff in Natura 2000-Gebiete beim Bau wäre nur zulässig, wenn keine zumutbare Alternative vorhanden wäre. Diese steht aber mit einem Lärmschutz optimierten Ausbau der bestehenden Rheintalbahn als Bündelungstrasse zur Verfügung.