Ausbau Rheintalbahn

„Bei einer Neubautrasse an der A5 wäre der bisherige Betriebsablauf nicht mehr gewährleistet“

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Von einer Neubautrasse an der A5 wären regionale Betriebe betroffen. Eines davon ist das Familienunternehmen Caravan Ernst, das seit 2008 das europaweit größte Zentrum für Hobby-Wohnwagen und -Reisemobile, Fendt Wohnwagen und Laika an der A5 betreibt. Im Interview erläutert Christian Ernst, Geschäftsführer Ernst Caravan und Freizeit Center die Folgen für das Unternehmen.
 

Herr Ernst, welche Gründe gaben den Ausschlag, dass Sie 2008 den Standort an der A5 gewählt haben?

Christian EChristian_Ernstrnst Der entscheidende Grund für die Ansiedelung im Gewerbepark DYNA 5 war zum einen die verkehrsgünstige Lage mit Anbindung an die A5 sowie die unverbaubare Einsicht von der A5 her. Wir sind seit 44 Jahren aufs mobile Reisen spezialisiert und kennen daher genau die Bedürfnisse, welche ein Reisemobilist oder Caravaner an einen modernen Handelsbetrieb stellt. Gute Anbindung an vorhandene Hauptverkehrsnetze, Stellplätze mit Sanitärstationen und Stromanschlüssen sowie einen großzügigen Zubehör-, Werkstatt- und Servicebereich sowohl für unsere Kunden aus dem In- und Ausland als auch für die Durchreisenden, welche unseren Betrieb von der A5 aus wahrnehmen. Durch die Ansiedelung im DYNA 5 konnten wir den Kundenkreis erheblich erweitern und dadurch auch weitere zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

 

Welche Folgen hätte die Neubautrasse an der A5 für Ihr Unternehmen?

Christian Ernst Wir verfolgen natürlich mit großem Interesse die Erörterungen zum zukünftigen Trassenverlauf. Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass man das Bestmögliche für die Region realisieren sollte. Die Bürger und vor allem die Angrenzer an der Bahntrasse sollten hier nicht mehr belastet werden. Ob dies durch eine Neubautrasse an der A5, die zusätzlich neue Betroffenheiten schafft, oder durch einen größtmöglichen Schallschutz an der vorhandenen Trasse realisiert werden kann, müssen die entsprechenden Gutachter bzw. die Planer der DB erarbeiten. Sollte die Trasse an die A5 kommen, wären wir direkt betroffen. Unser Unternehmen wurde so angesiedelt, dass der gesamte Werksverkehr auf der Westseite, Richtung Autobahn, abgewickelt wird und Lagerfahrzeuge abgestellt werden können. Richtung Osten wurden die Ausstellungsflächen, Übernachtungsplätze, Zufahrt und Kundenparkplätze geschaffen. Bei einer Neubautrasse an der A5 wäre der bisherige Betriebsablauf nicht mehr gewährleistet. Ob der Gebäudekomplex stehen bleiben könnte, muss man im Detail prüfen.

 

Wie bewerten Sie die Pläne einer Neubautrasse an der A5?

Christian Ernst Die Ansiedelung im Gewerbegebiet DYNA5 wurde von uns von 2006 bis 2007 geplant. Bei all unseren Planungen kam auch das Thema Bahnausbau immer wieder auf die Tagesordnung bei Besprechungen mit den Städten Ettenheim und Mahlberg, die Partner im Zweckverband DYNA5 sind. Nachdem uns zugesichert wurde, dass es zur bahnparallelen Trasse nur eine Option, die sogenannte Ettenbachparallele gibt und ein Ausbau an der A5 auszuschließen sei, haben wir die entsprechenden Grundstücke erworben und bebaut. Wenn sie als Unternehmen mehrere Millionen Euro investieren, sind sie darauf angewiesen, dass die Zusagen der Vertragspartner eingehalten werden. Gewerbegebiete werden heute in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden geplant und entwickelt. Es ist dann schon sehr befremdend, wenn man plötzlich vor andere Tatsachen gestellt wird.