Ausbau Rheintalbahn

Wo soll die neue Bahnstrecke zwischen Hohberg und Riegel verlaufen?

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Die Schweizer Verfassung schreibt fest: „Der Alpen querende Gütertransit erfolgt auf der Schiene.“ So bohren sich die Schweizer seit vielen Jahren erfolgreich durch die Alpen, um den Verkehr auf der Schiene von Deutschland anzunehmen und diesen dann mit der Bahn unter den Alpen durchzuführen. Die Verlagerung der Güter von der Straße auf die Schiene ist Konsens und ein Gebot der Vernunft. Der Ausbau entlang der Rheinschiene zwischen Karlsruhe und Basel hat Priorität. Einige Abschnitte wurden bereits realisiert. Entlang der Strecke formieren sich verständlicherweise Bürgerproteste. Immer steht das Thema Lärmbelastung und Gesundheitsschutz im Mittelpunkt. Der geplante Ausbau der Rheintalbahn zwischen Hohberg und Riegel spaltet die Region: Optimaler Lärmschutz für die Anwohner wird von Bürgerinitiativen und Vertretern der Politik vehement gefordert. Darin ist man sich einig. In Bezug auf die beiden in Frage kommenden Varianten scheiden sich allerdings die Geister.


Zwei hitzig diskutierte Trassen-Varianten

Derzeit werden zwei Streckenvarianten diskutiert: 1. Der langjährig geplante Ausbau der bestehenden Bahntrasse. 2. Der Neubau einer zweiten Strecke parallel zur Autobahn. Kurz zum Verständnis: Die Deutsche Bahn plante viele Jahre im Einvernehmen mit der Politik und den Behörden den Ausbau der bestehenden Rheintalbahn auf vier Gleise. Aufgrund lokalen Widerstandes, der sich in einigen Kommunen formierte und zur Bildung von Bürgerinitiativen führte, wird auf politischer Ebene nun der Neubau einer zweiten Strecke in diesem Abschnitt parallel zur Autobahn erwogen. Das Argument: Eine Entlastung der Bürger vom Lärm durch den Güterverkehr auf der Schiene. Das Problem dieser nur scheinbar bürgerfreundlichen Lösung: Der Bau einer neuen Trasse entlang der A5 schafft neue Betroffene, bedeutet enormen Flächenverbrauch im Rheintal und nebenbei noch drastische Mehrkosten. Die Gemeinden, die an der bestehenden Rheintalbahn liegen und/oder von einer Neutrassierung betroffen sind, wenden sich an die Bürgerinnen und Bürger der gesamten Region die Fakten zu beiden Varianten genau zu betrachten und sich ein persönliches Urteil zu bilden. Nicht alles, was auf den ersten Blick in der öffentlichen Diskussion als bürgernah präsentiert wird, steht auf einem verantwortungsvollen Fundament. Die Gemeinden der Grafenhausener Erklärung wünschen sich für die gesamte Region eine tragfähige Lösung mit Weitblick und Vernunft – und mit dem Schutz vor Lärm!