Ausbau Rheintalbahn

1. Spatenstich zum Ausbau der Rheintalbahn!

1. Spatenstich für den Ausbau der Rheintalbahn. Zum Spaten greifen unter anderen (von rechts): DB-Projektleiter Matthias Hudaff, Bürgermeisterin Danièle Meyer und Bürgermeister Jochen Paleit.

Das Regierungspräsidium Freiburg, die französische Gemeinde Rhinau und die Gemeinde Kappel-Grafenhausen freuen sich über das Naturschutzprojekt der Deutschen Bahn AG im Taubergießen.

 

Der Freiburger Regierungsvizepräsident Klemens Ficht und Matthias Hudaff, Leiter des Großprojekts Karlsruhe – Basel, haben gemeinsam mit der Bürgermeisterin Danièle Meyer der französischen Gemeinde Rhinau und Bürgermeister Jochen Paleit aus Kappel-Grafenhausen am 11. September 2013 den Spatenstich für eine seit langem geplante Naturschutzmaßnahme im „Taubergießen“ vollzogen. In den Hochwasserdamm auf Flächen der französischen Gemeinde Rhinau auf deutscher Seite wird ein ca. 450.000,- EUR teures Ingenieurbauwerk eingefügt, damit das Blauloch – ein Gießen – durchspült werden kann.


Interreg-Projekt als Impulsgeber

Diese Maßnahme resultiert aus dem Interreg-Projekt „Revitalisierung Taubergießen“, das in den Jahren 2006/2007 von den Taubergießen-Gemeinden Kappel-Grafenhausen, Rheinhausen, Rhinau und Rust und dem Regierungspräsidium Freiburg durchgeführt wurde. Der Finanzrahmen dieses EU-Projekts war damals auf 2 Millionen Euro beschränkt, so dass dieses teure Einzelbauwerk zwar mit geplant und auch planfestgestellt, aber noch nicht gebaut wurde. „Das war für uns damals eine Enttäuschung, da es als zentrales Bauwerk zur Revitalisierung der Gießen die Grundwasserschüttung aktiviert. Auch die Strömungsgeschwindigkeit in der blinden Elz sollte dadurch erhöht werden, um die Sohle dauerhaft von Schlammablagerungen zu befreien und den Kiesgrund sichtbar zu machen“, so Clemens Glunk, zuständiger Projektfachmann im Regierungspräsidium.

Danièle Meyer, die als Bürgermeisterin der französischen Nachbargemeinde Rhinau sowohl als private Grundstückseigentümerin als auch als Projektpartner eng mit der Maßnahme verbunden ist, meint: „Die Gemeinden Rhinau und Kappel-Grafenhausen engagieren sich seit vielen Jahren im Naturschutz mit dem Projekt ‚Restauration du massif alluvial’ auf der Ile de Rhinau und mit der ‚Revitalisierung Taubergießen’ auf deutscher Seite. Das heutige Projekt ‚Blauloch’ dient einem effizienten Naturschutz . Die Gießen werden zukünftig von Laub und Schlamm frei gespült. Das Grundwasser kann wieder aufsteigen. Diese einmalige Naturschönheit ‚Blauloch’ bleibt so unseren Kindern erhalten. So stärken wir gemeinsam unsere Heimat.“


Grenzübergreifend Heimat stärken

Auch trägt die Gemeinde Rhinau so zu einem sinnvollen Naturschutz-Ausgleich für den Ausbau der Rheintalbahn bei. Denn, es werden keine weiteren Ackerflächen für Naturschutzmaßnahmen verbraucht. „Wir müssen grundsätzlich sparsam mit unserem Boden umgehen. Und daher sollte die bestehende Rheintalbahn ausgebaut werden. Ein Neubau würde viele 100 Hektar Natur und Landschaft zerstören“, so Bürgermeisterin Danièle Meyer. Auch Klemens Ficht ist froh, dass die Deutsche Bahn mit im Boot ist: „Wir haben das Glück, dass für den Ausbau der Rheintalbahn bereits jetzt möglichst Flächen schonende Ersatzmaßnahmen gesucht wurden. Dies war die Chance, das Durchlassbauwerk ins Gespräch zu bringen; die DB Projektbau GmbH war rasch von diesem naturschutzfachlich wertvollen Bauwerk überzeugt und hat es in die Planung aufgenommen. Nach dem vom Eisenbahnbundesamt Mittel für vorgezogenen Maßnahmen bereitgestellt wurden, können wir durch das Engagement der DB AG also unser 2 Millionen-Projekt voll in Wert setzen und nach 7 Jahren vollenden. Ohne die Bahnplaner wäre dieses Vorhaben nicht so rasch umzusetzen gewesen“, ist er überzeugt. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die Projektförderung und der Projektstandort unabhängig sind vom in der Raumschaft noch diskutierten Trassenverlauf für das 3. und 4. Gleis.

Die Baumaßnahme soll bis März 2014 abgeschlossen sein. Ihre Ausführung in einem hochwertigen Naturschutzgebiet stellt besondere Anforderungen an die beauftragte Firma Max Früh. Daher wurde auch der Ranger des Naturschutzgebietes als ökologischer Baubegleiter und fachlich kompetente Ansprechperson in das Projekt einbezogen. Er sorgt mit dafür, das Bauwerk möglichst „geräuschlos“ in die Natur einzufügen.

Alle Beteiligten freuen sich schon jetzt darauf, wenn im nächsten Frühjahr erstmals Wasser durch diesen Teil der Aue strömt und Schlammablagerungen verfrachtet. Die Spülungen der Gießen erfolgen in Zukunft bei Hochwasserlagen ohne Einfluss auf die Grundwasserstände in den Ortslagen. „Lange bevor ein Zug über die neuen Gleise im Rheintal rollen wird sorgen wir dafür, dass es für die Natur in der Raumschaft gut läuft“, freut sich Matthias Hudaff  von der DB AG beim Spatenstich.